Langsam fühle ich mich hier, wie sich ein Animateur im Cluburlaub auf Teneriffa fühlen muss. Nein, nicht wegen dem guten Wetter (das noch immer auf sie Warten lässt) – sondern wegen den Gästen. Ist durchaus positiv gemeint. Sobald man sich im Haus befindet, ist man Ansprechpartner für alles und jeden. Der eine will eine große Schüssel, der nächste einen Fussball, wieder ein anderer möchte Geld wechseln und das natürlich um 9:00 Uhr genauso wie um 22:00 Uhr. Und immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Schließlich will man nicht als der launische, unfreundliche Zivi gelten, sondern auch Leute kennenlernen, Gespräche führen und (Trink-)Geld verdienen.
Heute wurde Abschied gefeiert. Naja, feiern kann man es nicht nennen – denn gefeiert wurde ja schon. Aber einer unserer Zivis hat heute die Jugendhergerbe verlassen. An dieser Stelle einen Gruß an den „verantwortungsvollen und immer freundlichen und lustigen“ Menschen, wie unsere Frühstückshilfe (die der Abschied wohl sehr getroffen haben muss) es formulierte. Der genannte Ex-Zivi darf sich aber einer Freundschaft mit diesem Blog erfreuen. Ich hoffe, er schaut mal wieder vorbei und lässt ein paar Kommentare da!?
Was gibts noch zu erzählen? Ach ja: Zur genannten Frühstückshilfe gibt es noch etwas zu sagen. Die Münchener Nashorns* haben sich angekündigt – eine Football-Mannschaft, bestehend aus vielen, jungen, hübschen Männern (Naja, mein Anblick reicht ihr wohl nicht mehr aus…). Seit einem Jahr fiebert sie diesem Zeitpunkt entgegen und freut sich wie ein kleines Kind auf das Wiedersehen. Das ist cool…
Jetzt werde ich noch den Rest meiner Pause genießen. Ein kleiner Spaziergang am Starnberger See wird wohl auch noch drin sein…
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*Name geändert

ass man einfach mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun hat“, sagt Stephanie Zimmer, die Herbergsmutter der Jugendherberge Possenhofen im Landkreis Starnberg. „Hier ist auch die Umgebung so schön, es ist ein relativ übersichtliches und sehr modernes Haus.“ Dass Stephanie Zimmer ihrem Beruf mit Freude nachgeht, spürt man auch an der ganzen Stimmung in der Jugendherberge. Geduldig nimmt sie sich Zeit für ihre Gäste – ob es um eine Wegbeschreibung oder nur eine ganz simple Frage nach dem Essensplan geht – und wirkt dabei immer fröhlich und entspannt. Dass sie einmal die Jugendherberge Possehofen leiten würde, hatte sie früher nicht vorstellen können. „Das ist kein Beruf, den man in dem Sinne anstrebt“, sagt die gebürtige Erlangerin. Eigentlich sei sie nur wegen des Sozialpädagogikstudiums nach München gekommen und „dann halt irgendwie hier geblieben“, erklärt sie. Nach neun Jahren reiner Jugendarbeit, in der sie nach ihrem Studium tätig war, habe sie sich aber dann bewusst für etwas entschieden, was nicht nur mit Jugendlichen zu tun hat – und so übernahm sie die Herbergsleitung, als das Haus im Jahr 2002 in Possenhofen eröffnete. „Manchmal frage ich mich, wie wir das am Anfang alles hinbekommen haben,“ sagt Stephanie Zimmer nachdenklich. Zu Beginn hat sie nämlich noch vom Baucontainer aus gearbeitet, der Bau des Hauses war noch nicht abgeschlossen, aber die Buchungen und all das Organisatorische mussten trotzdem bereits funktionieren. „Nach der Eröffnung am 2. Juni 2002 hatten wir gleich eine Schulklasse zu Gast – die hat sich dann Vormittags mit den Handwerkern die Klinke in die Hand gegeben“, amüsiert sich Zimmer.