Habe mir eben mal Wolfram Alpha angesehen – die langangekündigte Suchmaschine, die eine enorme Konkurrenz für Google werden soll. Habe mal ein paar Sucheingaben eingegeben, woraufhin mir Wolfram Alpha keine Suchergebnisse liefern konnte. Erst nach dem fünften Versuch die Meldung: „Wolfram Alpha unterstützt derzeit noch kein Deutsch.“ Logisch eigentlich, aber dennoch hätte die Meldung viel früher erscheinen sollen, denn meine vorherigen Eingaben waren ebenfalls in Deutsch.

wolfram

Laut mehreren Nachrichtenseiten soll man auf Wolfram Alpha richtige Fragen stellen können. Um die Maschine nicht zu überlasten, versuchte ich ein ganz einfaches Beispiel: Die Bevölkerungszahl von Berlin.

Und tatsächlich: Diese Zahl wurde sauber ausgespuckt – ohne irgendwelche sinnlosen Zusatzinformationen und ohne lange in Quellen suchen zu müssen. Allerdings ist Wikipedia auch in der Lage, diese Zahl (zwar zusammen mit anderen Zahlen, aber dennoch übersichtlich) darzustellen.

Wenn die Suchmaschine schon Berlin kennt, muss es ja wohl auch Villingen kennen: Negativ. Vielleicht Villingen-Schwenningen? Auch nicht. Statt Villingen-Schwenningen (82.000 Einwohner) wird Schwenningen irgendwo in Mitteldeutschland (1.300 Einwohner) angezeigt.

Die Ladezeiten an sich sind in Ordnung. Da sich Wolfram Alpha noch in der Testphase befindet, bricht ab und zu der Seitenaufbau ab.

Eine toller Ergänzung zu Google und Wikipedia, sicher aber keine Konkurrenz.

Selbst ausprobieren!

  1. Godwi
    Mai 17, 2009

    Nein, keine Konkurrenz für Google. Wir haben mit WolframAlpha etwas vor uns, das etwas völlig anderes sein möchte. Das ist keine Suchmaschine und kein Lexikon. WolframAlpha ist etwas, das der Blogger Werner Große, auf den ich in meinem Beitrag (vgl. u.) hinweise, eine „Wissensmaschine“ nennt. Der Dienst verarbeitet Daten, die er andernorts findet, zu neuen Informationen und gibt diese passend zur Frage aus.

    Um den Unterschied deutlich zu machen. Stell dir vor, du würdest eine Stadtbücherei besuchen, an deren Buchausgabe Herr Google gerade Dienst schiebt. Du fragst ihn ziemlich ungenau: „Tschuldigung, können Sie mir sagen, was in ‚Aschenputtel‘ so abgeht?“ In diesem Fall schleppt dir Herr Google Grimms Märchen herbei, dazu eine Trickfilmfassung von Disney, eine DVD mit einem Kinderfilm aus der alten Tschechoslowakei, eine Fotokopie aus dem Brockhaus und den wissenschaftlichen Aufsatz eines Germanisten.

    Kommst du an einem anderen Tag wieder, an dem WolframAlpha Dienst hat in deiner Stadtbücherei vorbei und fragst du da ebenso ungenau: „Tschuldigung, was geht ab in ‚Aschenputtel‘?“, macht der neue Kollege dir eine Notiz, und darauf steht: „Aschenputtel, deutsches Märchen, 4 Frauen, 1 Mann, 1 Schar Tauben. Anzahl Taubenfütterungen: 3. Happy-End: 1“

    Du musst nicht zwischen Google und WolframAlpha entscheiden. Du brauchst sie nur sinnvoll zu kombinieren. 🙂

    Vielleicht interessiert dich mein Beitrag dazu:

    http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/05/16/wolframalpha/

    Godwi

    Reply
  2. gentle-rocker
    Mai 18, 2009

    ich dachte auch, dass Wolfram Alpha in Konkurrenz zu Google treten will; aber anscheinend haben die einen eher wissenschaftlichen Ansatz – Stephen Wolfram selber ist ja ein wahres Mathegenie und versucht ja seit Jahren, der „Weltformel“ einen Schritt näher zu kommen. Ob er das mit der neuen Suchmaschine schaffen wird, steht wohl in den Sternen…

    Reply