Also gut, nachdem ich jetzt vom liebem Tom und noch einer lieben Freundin gefragt wurde, was ich denn von dem Buch halten würde, muss ich mich halt auch mal dazu äußern – wenn auch etwas spät und wenn auch etwas widerwillig.

Es geht um das Buch Feuchtgebiete von Ex-Moderatorin Charlotte Roche. Ich persönlich finde es okay, wenn eine Person meint, ihre intimsten Geheimnisse (die es ja anscheinend nicht wirklich sind ) in ein Buch schreibt und somit eine Art Exhibitionismus auslebt. Ich meine, ich mache das ja auch fast so mit meinem Blog – nur nicht ganz so intim .

Ich habe das ganze Buch (noch) nicht gelesen, nur mehrere Kritiken und eine Buchvorstellung bei Stephan Raab und einen Kollegen, der es gerade liest und ich kann mir vorstellen, dass es schon reizt, dieses Buch einmal gelesen zu haben. Ich selbst will es mir auch einmal ausleihen, denn um wirklich mitzureden (nicht so ein drumherumreden, wie ich es gerade tue) sollte man es wirklich gelesen haben.

Als „abartig“ und „widerlich“ wird es beschrieben – aber was ist es denn, was unsere heutige Generation will? Gibt es noch Menschen, die nicht bei den Zeugen Jehovas oder den Pfadfindern sind, die nicht abgestumpft sind? Durch Sendungen im TV, wie „Ich bin ein Star holt mich hier raus!“, wo Känguruhoden gegessen werden oder „Big Brother“ und ähnliche Formate, die versuchen Einschaltquoten durch Brüste zu erzielen, sind wir einfach abgestumpft.

Ich meine, früher badeten Frauen und Männer noch getrennt. Über Sex wurde nie gesprochen. Heute ist das anders – das Buch passt also in diese Zeit; logisch dennoch, dass die Meinungen so auseinander gehen, wie zum Thema Dieter Bohlen oder Tokio Hotel. Wer so offen über seine Körperflüssigkeiten und Körperausdünstungen reden will soll das machen, wenn die Nachfrage stimmt. Und im Fall von Charlotte Roche scheint die Welt auf ein Buch wie dieses gewartet zu haben. Mittlerweile hat es sich in den Beststellerlisten weit hochgeschlafen .

  1. hexle
    Mai 07, 2008

    Mein Süsser, dann lese es mal wenn Du Zeit hast.

    So, da dies ja noch keine wirklich gute Beschreibung des Inhalts ist, werde ich mich hier an einer eigenen Zusammenfassung des Inhalts versuchen:

    Es geht um die 18 Jährige Helen, deren größten Hobbys „Ficken und Avocadobäume züchten“ sind, diese liegt auf Grund einer Rasur-Verletzung beim „Rosetten-Enthaaren“ im Krankenhaus, ihr „Arsch“ hat sich entzündet, und sie muss operiert werden… Und während sie nun im Krankenhaus liegt und so vor sich hin leidet, hat Helen die Möglichkeit über ihr gesamtes Leben nachzudenken. „Leben“ ist etwas weit hergeholt in erster Linie denkt sie über ihren bisherigen Sex, den sie wohl reichlich und spontan hat, über ihre Körperhygiene und ihre Mutter nach.

    That’s it.

    Sieht man dieses Buch als einen „Schrei“ der Gleichberechtigung, so wie es Amazon.de tut, frage ich mich wieso das ganze auf einem so niedrigen Niveau erfolgen muss, sprachlich und inhaltlich.

    Nie in meinem Leben habe ich das Wort „Arsch“ so häufig gehört wie in den letzten 60 Minuten und einfachste grammatikalische Regeln werden einfach völligst vergessen… (À la „Wegen dem Haus musste ich weg“, oder „Meine Mama weint immer wegen dem Regen“) :##
    Wenn man das ganze dann auch noch als Hörbuch konsumiert wirken diese ‚kleinen‘ sprachlichen Mängel um ein vielfaches gravierender! (Ich habe Angst, irgendwelche Fehler zu machen! ^^)

    Naja, und auch inhaltlich hat dieses Buch, meiner Meinung nach, NICHTS mit der ’68er Gleichberechtigungsbewegung der Frauen zu tun. Oder durchblicke ich den Bogen von „Sexandenkenkaubonbon“ (Sperma unter den Fingernägeln!) und „Muschi-Schleim hinterm Ohr“ nicht auf einen ausgeprägten Emanzipationsdrang?!

    Nein, dieses Buch soll einfach Geld machen, Geld für eine Frau, die als Moderatorin und Schauspielerin nicht wirklich Fuß fassen konnte.

    Man muss halt schocken, das funktioniert immer, man braucht ja bloß 2 Stunden unsere privaten Fernsehanstalten Aufmerksamkeit widmen, und schon weiß jeder worum es geht.

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  2. Ratzingeronline
    Mai 07, 2008

    Wow, erstmal Danke für deinen unfassbar langen Kommentar. Die Handlung kannte ich bereits und auch diese Dinge mit dem Spermaerinnerungskaubonbon und dem Smegma hinterm Ohr – sonst hätte ich mir ein Urteil gar nicht erlaubt – nur gelesen habe ich noch nicht.

    Aus diesem Grunde kann ich auch nichts zur Missachtung grammatikalischer Regeln sagen, sondern eben nur über den Inhalt. Meine Art an Buch ist es auch nicht unbedingt und ich weiß auch, dass das Geld nur Geld reinbringen soll – aber dazu ist ja eigentlich jedes Buch da; nur bei diesem ist es eben auffälliger, denn Sex sells. Ich finde auch, dass die ganze Geschichte etwas übertrieben ist, aber es reizt mich trotzdem, dieses Buch einmal zu lesen. Meiner Mutter gefällt dieses Buch auch nicht. Ich denke einfach, dass Eure Generation das einfach etwas anders gewohnt ist. Ich denke, bei euch war man immer noch ein wenig verschlossener, was dieses Thema angeht, als wir es heutzutage sind. Denn ein Hauptthema der Jugend ist der Sex – aber natürlich nicht ganz so übertrieben, wie es im Buch dargestellt wird und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es tatsächlich eine Person gibt, die so (wie die Helen heisst sie glaub ich) aus dem Buch denkt.

    Naja. Ich werd mich wieder zu diesem Thema melden, wenn auch ich es gelesen habe und wenn ich mehr darüber weiß als den groben Inhalt.

    Liebe Grüße,
    Dominik

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  3. hexle
    Mai 07, 2008

    Ok, ich warte und dann werden wir nochmal darüber reden, aber meine Meinung liegt nicht daran das ich einer anderen Generation angehöre, sonder gibt es da manches in diesem buch das mich buchstäblich umhaut, wie z. B. Ihre Vorstellung es mal mit Ihrem Vater treiben zu wollen…ich hoffe das meine offene Art, jetzt zu diesem Buch so wörtlich zu schreiben Schockt Dich nicht…ich will Dir nur zeigen das es mir nichts ausmacht offen und mit den Worten von Euch umzugehen….

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  4. Chillina
    Mai 07, 2008

    Ich will es UNBEDINGT lesen. :>>

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  5. Anonymous
    Mai 07, 2008

    Ich habs gelesen. Es ist weder der Untergang des Abendlandes eingetreten, noch die deutsche sprache gestorben oder die Rasiererindustrie muss über größere Einbussen nachdenken. Das einzig nette an dem Buch finde ich tatsächlich, dass es vielen vor Augen führen dürfte, dass es beim Sex nicht um das perfekte Aussehen oder die perfekt sitzende Intimrasur geht, sondern dass Sex eben immer auch ein bissken dreckig ist und Körperflüssigkeiten dazugehören und nicht mit Sagrotan ausgemerzt. der Schönheitskult versagt nämlich vielen Frauen die wirkliche Freude am Sex und nicht jede hat Bock sich mittels Rasur zum kleinen mädchen umzugestalten.

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  6. Anonymous
    Mai 07, 2008

    Ich habs gelesen. Es ist weder der Untergang des Abendlandes eingetreten, noch die deutsche sprache gestorben oder die Rasiererindustrie muss über größere Einbussen nachdenken. Das einzig nette an dem Buch finde ich tatsächlich, dass es vielen vor Augen führen dürfte, dass es beim Sex nicht um das perfekte Aussehen oder die perfekt sitzende Intimrasur geht, sondern dass Sex eben immer auch ein bissken dreckig ist und Körperflüssigkeiten dazugehören und nicht mit Sagrotan ausgemerzt. der Schönheitskult versagt nämlich vielen Frauen die wirkliche Freude am Sex und nicht jede hat Bock sich mittels Rasur zum kleinen mädchen umzugestalten.

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